28.05.2017. Unser Tag begann um 7 Uhr. Das tägliche Ritual um Aufstehen, Austragen der Schlachten für die Waschbecken- oder Duschplätze in den Sanitäranlagen, frühstücken und Proviant für den Tag herrichten kostet einiges an Zeit. In Bergeijk herrschten angenehme Frühtemperaturen und doch brodelte sich am Himmel etwas zusammen. Bereits kurz nach der Abfahrt vom Campingplatz passierten wir die belgische Grenze und kamen dort in eine Unwetterzelle, die uns eher Boot- als Wohnmobilfahren ließ. Wieder einmal hatte ich das Gefühl, dass sich die Mächte gegen uns stellten und wir unseren Reiseplan mit der Eurotunneldurchquerung nicht einhalten können. Unser Tunnelticket war bereits gebucht und so hatten wir Zeitdruck, pünktlich um 12.50 Uhr beim Check-In zu sein. Der Anfahrtsweg betrug etwa 3 Stunden, weshalb wir uns um 9 Uhr auf den Weg machten.

Das Unwetter war von kurzer Dauer und wir kamen gut über die Straßen; passierten Antwerpen, Gent und Brügge. Wir machten sogar Zeit gut, weshalb wir am Terminal des Eurotunnels in Coquelles/Calais bereits um etwa 11.40 Uhr ankamen. An das Self-Check-In-Terminal dürfen ausschließlich Passagiere fahren, die bereits Tickets gebucht haben. Ein kurzer automatischer Scan des Kennzeichens eröffnet die Check-In-Prozedur. Anschließend wird man über das Terminaldisplay namentlich begrüßt und – sofern man früher da ist – gefragt, ob man einen Zug eher fahren möchte. Wir entschieden uns dafür, wurden anschließend bei den Grenzkontrolleuren gecheckt und im letzten Check werden Wohnmobile und/oder Trailer geprüft, ob deren Gasflaschen geschlossen sind. Im Folgenden wird man einer entsprechenden „Lane“ zugeordnet und in das Zugabteil gelotst. Wirklich ein einfaches und unkompliziertes Prozedere.

Der Zug fuhr los und die folgenden 45 Minuten beschäftigten wir uns damit, Fotos zu machen und Facebook zu updaten. Nach der Ausfahrt aus dem Zug begrüßte uns ein Mix aus Sonne und Wolken bei Temperaturen um die 24 Grad. Außerdem ging es direkt in den Linksverkehr. Da dies aber kein Stadtverkehr ist, bietet sich die Gelegenheit, sich langsam an die neue Situation zu gewöhnen. Wir steuerten also unser Ziel Cambridge bzw. Chittering an. Meinen Wunsch nach Cambridge zu fahren, verwarf ich während der Fahrt. Der Hintergrund war die viele Fahrerei in den Tagen zuvor, sodass auch ich mich nach ein wenig Pause sehnte. Diese bot sich an, da wir nach der Zeitverschiebung und dem früheren Zug bereits um etwa 15 Uhr bei 28 Grad auf dem Campingplatz in Chittering bei Cambridge ankamen. Dort wurden wir freundlich empfangen, konnten uns unseren Stellplatz aussuchen, bauten unseren Bereich auf, aßen etwas, klebten unsere Scheinwerfer mit dem entsprechenden Kit für den Linksverkehr ab, und entspannten insgesamt etwas. Der Tag endete mit einem kleinen „Walkaround“ vor dem Campingplatz und mit der Vorbereitung auf den neuen Tag: zusammenpacken und Reiseplanbesprechung.

Stellplatz

Preis

£20

1 Stellplatz inkl. Strom
für 2 Personen/Nacht

Route

Tageskilometer

478