29.05.2017. Nach einer teils regnerischen und damit lauten Nacht, klingelte unser Wecker um 7 Uhr. Ein langer Tag stand bevor: rund 610 km vom Süden Englands in den Süden von Schottland. Das hieß je nach Verkehrslage zwischen 7 und 8 Stunden Fahrt. Natürlich ordnete ich mich am Beginn des zweiten Tages bei der Ausfahrt des Campingplatzes rechtsspurig ein, aber meine aufmerksame Beifahrerin korrigierte mich mit „Du musst links fahren“. Typisch irgendwie, dass das noch mal passierte.

Der Tag begrüßte uns mit Sonne. Später wurde es wolkig und auf der Fahrt bekamen wir das typisch englische Wetter zu spüren. Die 28 Grad vom Vortag bleiben in guter Erinnerung. Wir hatten es jetzt mit Temperaturen zwischen 11 und 14 Grad bei teils heftigem Regen zu tun. Die sogenannten Midlands sind von der Autobahn aus wenig spannend anzuschauen. So verstrichen Zeit und Kilometer. Je nördlicher man jedoch kommt, desto mehr erinnert schon die englische Landschaft an einige schottische Regionen. Wir fingen an, die Fahrt zu genießen, mit der GoPro zu filmen und ich merkte, wie die Vorfreude wächst. Irgendwann steuert man auf die Stadt Carlisle zu und sieht Autobahnschilder mit dem Hinweis „Scotland“. Hier wussten wir, dass es jeden Moment soweit ist, und wir die Landesgrenze erreichen, denn Carlisle liegt im Norden Englands in der Grafschaft Cumbria und damit nur 16 km vor Schottland.

Die Fahrt durch den Süden von Schottland erinnert landschaftlich an die Fahrt durch den Thüringer Wald, durch das Erzgebirge oder durch den Bayerischen Wald. Den Süden kannten wir von unserem letzten Roadtrip durch Schottland noch nicht, stellten aber bald fest, dass wir da nichts verpasst haben. Nachdem wir Glasgow mit vielen Baustellen und einem größeren Stau hinter uns gelassen hatten, wurden die Straßen allmählich kleiner und schmaler; jedoch für mich immer noch angenehm zu befahren. Das letzte Stück zu unserem Ziel-Campingplatz war eine Straße, die dann wirklich eng und wellig war. Hinzu kam der schlechte Straßenbelag, den man aber fast überall in den Highlands antrifft. Dennoch erfüllte die Straße ihren Zweck und führte uns zum Milarrochy Bay Campsite.

Hier angekommen stand bereits draußen angeschrieben „Campsite full“. Da dies ein Campingplatz des Camping and Caravaning Club ist, in dem wir Mitglieder sind, dachten wir, dass wir es mal selbstbewusst angehen und zur Rezeption marschieren. Doch schon auf dem Weg dorthin fing uns der Platzwart ab und sagte uns, dass er keinen Stellplatz mehr hat. Wir können es einen Platz weiter in Cashel versuchen, der 1 Meile entfernt, ebenfalls am Ufer des Loch Lomond liegt. Also setzten wir die Fahrt fort und wurden fündig. Wie bisher überall wurden wir sehr freundlich empfangen, eingewiesen und schon kurze Zeit später standen wir auf unserem Stellplatz, den wir uns selbst aussuchen konnten. Wir entschieden uns für einen Stellplatz, der etwa 50 m vom Ufer des Loch Lomond entfernt lag.

Es folgte das Übliche: Strom anschließen, kurzer Spaziergang auf dem Platz, kochen, erholen. Da es in Strömen regnete, verbrachten wir den Rest des Abends im Wohnmobil und besprachen den nächsten Tag. Diesen verbringen wir im Loch Lomond & The Trossachs National Park und kehren für eine weitere Nacht auf den Cashel Campsite zurück. Ab jetzt werden die Fahrstrecken kürzer und der Urlaub beginnt.

Stellplatz

Preis

£26,95

1 Stellplatz inkl. Strom
für 2 Personen/Nacht

Route

Tageskilometer

611