04.06.2017. Die Tage auf der Isle of Skye sind welche, an denen wir Scotty auch mal allein lassen und uns zu Fuß auf Entdeckungstour machen. Die Vielfalt der Insel ist zwar fahrerisch schon gut erlebbar, intensiver wird das Ganze aber zu Fuß. Wir wählten in unserer Planung für die Skye viele Dinge aus, die wir sehen wollen, aber es gibt dort zu viele wunderbare Spots, weshalb wir in 2,5 Tagen nicht alles schaffen können. Einige sind seit Jahren schon eine Herzensangelegenheit und zwei davon packten wir in unseren heutigen Tag. Es sind keine geheimen Orte (die gibt es meines Erachtens eh kaum noch in Schottland), aber es sind Orte, die man für sich allein – trotz der Anwesenheit anderer Menschen – entdecken und genießen kann. Als Hobby-Fotograf geht das sowieso immer.

Die Wettervorhersage war passend, sodass wir am Morgen beschlossen, den Old Man of Storr und den Quiraing anzufahren und zu erlaufen. Beides eignet sich hervorragend als Motiv, beides lohnt sich, wenn man Aussicht und Kurzwanderung (geht auch im Sinne einer Tageswanderung) verbinden möchte und beides ist, wie wir schnell festgestellt haben, in der vermeintlichen Nebensaison Juni restlos überfüllt.

Unser erstes Ziel sollte der Old Man of Storr sein. Als wir irgendwann am späten Vormittag am dortigen Parkplatz ankamen, haben wir für Scotty keinen Platz gefunden. Wir entschieden also im Vorbeifahren, zuerst zum Quiraing zu fahren und auf dem Heimweg den „Storr“ mitzunehmen. Zeit ist genug, denn um eine Übernachtung mussten wir uns nicht kümmern. Wir hatten schließlich für drei Nächte gebucht.

Die Straße zum Quiraing ist schmal. „Passing places“ werden deine besten Freunde. Es ist keine Straße, vor der man mit einem Wohnmobil unserer Größe Angst haben müsste, aber sie ist definitiv ein kleines Abenteuer. Sie machte mir Spaß und man kann auch als Fahrer manchmal den Blick umherschweifen lassen um die Landschaft zu genießen. Die Parkplatzsituation oben war bescheiden; alles war voll. Wir fanden etwas Abseits eine Möglichkeit Scotty zu parken und gingen bei Sturm zu Fuß einen der Wege (den, der leerer war) hinauf auf die Hügel. Fantastische Aussichten boten sich uns. Die Kameras ackerten, wir genossen soweit es der Sturm zuließ und nahmen uns anschließend vor, den zweiten Weg (den, der überlaufener ist) auch noch einzuschlagen. 5 Minuten nach dieser Entscheidung wurde der Himmel dunkel. Der Regenguss ließ nicht lange auf sich warten und wir brachen ab um zu Scotty zurückzukehren. Wir hatten prinzipiell genug gesehen und genossen, sodass wir nicht mit der Brechstange und klitschnass zum zweiten Aussichtspunkt laufen müssen.

Wir umfuhren also den Quiraing und fuhren über die nördliche Küstenstraße zurück zum Old Man of Storr. Diese Küstenstraße kannten wir aus dem Jahr 2011 bereits. Heute, im Gegensatz zu 2011, war sie ein Traum, denn es schien die Sonne und diese ließ das Wasser tiefblau erscheinen. Ein wahrer Genuss, wenn man seinen Blick von der Straße hebt und auf die Klippen und Graslandschaften vor sich schaut. Der Genuss endete vorerst am Parkplatz des „Storr“, der immer noch brechend voll war. Wir fanden jedoch einen Platz und gingen gemütlich zu Fuß hinauf zum „alten Mann“. Angeschrieben standen 250 Höhenmeter auf 1 Kilometer. Das finde ich sportlich, habe es aber auch verpasst zu überprüfen, ob es stimmt. Mir kam dieser Weg deutlich länger vor. Wie dem auch sei, wir kamen an und hatten endlich ein langersehntes Motiv in der Kamera.

Verhältnismäßig spät erreichten wir unseren Campingplatz, doch der Tag hatte sich gelohnt. Das Wetter passte, wir haben gesehen, weswegen wir nach Jahren zurück auf die Skye gekommen sind und bereits unterwegs war mein Fazit, dass dies sicherlich einer der schönsten Tage unseres Wohnmobil-Urlaubs war. Wir freuen uns auf einen weiteren Tag auf der Skye. Nachdem wir den Norden erkundet haben, wird morgen der Süden folgen.

Stellplatz

Preis

£25

1 Stellplatz inkl. Strom
für 2 Personen

Route

Tageskilometer

131