05.06.2017. An diesem Morgen drängte uns mal wieder gar nichts aus dem Bett. Für den Vormittag waren Regenschauer angesagt und diese waren auch über uns. Trotz allem hatten wir an diesem letzten Tag auf der Isle of Skye noch einmal ein straffes Programm. Wir wollten zu einer der nördlichsten Whisky-Brennereien weltweit fahren: der Talisker-Destillerie. Man sagt dem Whisky, der von der Skye kommt, einen rauchigen Geschmack nach. Überprüft haben wir das nicht, denn wir trinken keinen Whisky. Das wissen wir seit unserem Besuch der Glenfiddich-Destillerie im Jahr 2011. Wir haben damals dort eine Führung mit Verkostung mitgemacht. Beides haben wir uns in Talisker gespart. Tatsächlich auch aus Zeitgründen, denn die nächste anstehende Führung konnten wir noch nicht mitmachen. Alles in allem hätten wir zwei Stunden in der Destillerie verbringen müssen und das war es uns aufgrund der anderen Tagespunkte nicht wert.

Wir fuhren also weiter. Nicht weit von der Destillerie entfernt, befindet sich die Talisker-Bay. Der Weg dorthin führt wieder einmal über eine Single-Track-Road mit „Passing Places“ und mit vielen freilaufenden Schafen. Man muss diese Straßen mögen und ich tue dies auch. Immer wenn man denkt, hier lebt niemand mehr, trifft man noch auf ein einzelnes Häuschen. Am Ende der Straße liegt dann auch der Ort Talisker. Wobei ich mich weigere von „Ort“ zu sprechen, wenn man vor ungefähr 5 Häusern steht. Für ein Wohnmobil ist auf dem kleinen Parkplatz nur mit viel Glück Platz. Dieses Glück hatten wir nicht, weshalb wir nach einem Wendemanöver ein paar 100 Meter zurückfuhren und in einem großen „Passing Place“ parkten. Von hier an geht es zu Fuß etwa 20-30 Minuten zur Bay. Eine Bay, die bei Fotografen sehr beliebt ist. Ein markanter Felsen ragt aus dem Wasser, der immer wieder auf diversen Social Media-Kanälen als Motiv herhält. Wir genossen hier einige Momente, hielten inne, starten auf das Wasser oder durch die Kameras. So schön dieser Kurz-Urlaub im Urlaub auch ist, wir mussten weiter.

Der Süden der Skye hält einiges bereit. Vor allem auch die Cuillin Hills. Am Morgen waren die Berge noch mit Wolken bedeckt. Nun, einige Stunden später, waren sie weitestgehend frei. Wanderer finden hier Wege und Einsamkeit. Wir steuerten jedoch keinen Berg an, sondern Wasserfälle. Die „Fairy Pools“ werden in Reiseführern als märchenhafte Feen-Bassins beschrieben. Wir ließen uns überraschen. Selbstverständlich kannte ich auch von diesem Ort Fotos, aber jeder weiß, dass die Realität und Fotos weit auseinanderliegen können. Der Parkplatz der Fairy Pools war brechend voll. Auch die schmalen Randstreifen der Single Track-Road standen vollgeparkt. Wir stellten Scotty weit weg vom Schuss in eine große Forstweg-Einfahrt, ohne dabei aber die Ein- und Ausfahrt zu behindern. Wir standen bereits auch zwei weitere Wohnmobile. Der Weg zu den Fairy Pools ist nicht anspruchsvoll, aber er zieht sich, wenn man nicht auf den entsprechenden Parkplätzen stehen kann. Am Hauptweg angekommen stellten wir schnell fest, dass „märchenhaft“ allenfalls auf die Beschreibung der Reiseführer zutrifft, nicht aber auf die Feen-Bassins. Hier konnte man vor Menschenmassen kaum laufen, geschweige denn in Ruhe seine Fotos machen. Dennoch versuchten wir beides, waren aber ziemlich ernüchtert von der dortigen Touri-Atmosphäre. Mit ein wenig Enttäuschung zogen wir ab und traten den Rückweg zu unserem Campingplatz an.

Eigentlich sollte der letzte Tagespunkt der Neist Point sein. Ein Leuchtturm im Nordwesten der Skye. Diesen habe ich aber noch vor den Fairy Pools aus dem Programm gestrichen, da es zeittechnisch ohne Stress nicht aufgegangen wäre. Wer weiß, ob der Neist Point nicht ein anderes Mal wieder auf einer Tourroute liegt.

Nachdem über den Fairy Pools keine Sonne vom Himmel lachte, tat sie dies nun wunderbar tiefstehend auf der Rückfahrt in den Norden. Auf einer herrlichen Küstenstraße entspannten wir uns auf der Fahrt, genossen die Sonne, zogen das Fazit, dass wir zwei sehr schöne, aber randvolle Tage auf der Skye hatten und schauten mit einem weinenden Auge nach vorn, denn morgen verlassen wir die Isle of Skye in Richtung Norden. Unserer Wetter-App zur Folge mit sehr schlechtem Wetter. Da sind wir fast froh, dass wir eine lange Fahrt vor uns haben.

Stellplatz

Preis

£25

1 Stellplatz inkl. Strom
für 2 Personen

Route

Tageskilometer

119

Zwischenstopps

Talisker Distillery
Gesto Bay