06.06.2017. Nach zwei schönen und langen Tagen auf der Insel packten wir zusammen und nehmen Abschied. „Zusammenpacken“ klingt immer gut, wenn man sowieso immer alles dabei hat in einem Wohnmobil. Aber im übertragenen Sinne möchte ich dies einfach so äußern. Am Morgen auf dem Campingplatz fragte ich mich noch, wo das angekündigte schlechte Wetter jetzt genau ist. Im Laufe des Tages fand ich es und abends war die Frage vollends beantwortet.

Dieser heutige Tag stand im Zeichen der Fahrerei. Der eigentliche Grund für diesen Fahr-Tag liegt allein in der Tatsache, dass ich ganz in den Norden von Schottland wollte und wir dort irgendwie geschickt hinkommen mussten. Also planten wir in unseren Vorbereitungen so, dass wir wie 2011 am Loch Maree vorbeifahren und dort etwas Zeit genießen, bevor wir irgendwo in der Region um Gairloch oder Poolewe unser Nachtlager aufschlagen. Es kam anders.

Gestern besprachen wir uns bereits, dass wir noch ein Stück weiter in den Norden fahren um am nächsten Tag etwas Strecke zu sparen. Es ist ein langer Weg an die Nordküste und die Straßen in Schottland sind nun mal keine Schnellstraßen. Wir suchten am Vorabend einen Campingplatz im Raum Ullapool und fanden einen in Ardmair auf einer Landzunge direkt am Wasser. Der Weg dorthin sollte trotzdem über das Loch Mareé führen. Wir gaben das Ziel in Scottys Navigationssystem ein und fuhren los.

Bereits auf der Fahrt in den Süden der Isle of Skye fing es kräftig an zu regnen und dieser sollte heute nicht mehr aufhören. Im Gegenteil: es wurde immer ungemütlicher je weiter wir in den Norden kamen. Wir machten an der Skye-Bridge noch einen kurzen Foto-Stopp und einen weiteren an einem kleinen Laden in Kyle of Lochalsh, wo ich eine flauschige Decke im Schotten-Stil erstand. Von da an ging es durch sehr unterschiedliche Landschaften. Es beeindruckt mich immer wieder, wie vielfältig Schottland ist. Heute allerdings meine ich das nicht unbedingt im positiven Sinne. Diese Fahrt war eine der langweiligsten, die ich während meiner beiden Aufenthalte in Schottland hatte. Wir kamen aus wunderbaren Region und fuhren durch ödes Land, welches keine Besiedlung hat. Dann kamen plötzlich kleinere Orte, in denen wieder alles blühte. Es ging weiter auf einer Art Schnellstraße, die landschaftlich nichts zu bieten hatte. Ich weiß nicht, wie viel Schuld das Wetter an diesem Eindruck hat, aber es war so, dass mich die Müdigkeit packte, weil keine Begeisterung über den heutigen Road-Trip aufkam. Man kennt das. In solchen Situationen ziehen sich die Kilometer und man meint, nie anzukommen.

Zu dieser tristen Situation (passend zum Wetter) kam hinzu, dass uns das Navi nicht über das Loch Maree schickte, sondern einen schnelleren Weg fand. Wir hatten an einer Kreuzung die Gelegenheit, zu entscheiden, ob wir eben diesen schnellen Weg wählen oder doch über das Loch Mareé fahren. Dies hätte uns eine Stunde mehr Zeit gekostet. Da wir wetterbedingt absolut nichts sahen und wir beide auch nicht in bester Stimmung waren, ließen wir das Navi seine Arbeit machen und fuhren den schnelleren Weg.

Irgendwann nahm der Wind zu, wurde zu Sturm und die Landschaft wurde rauer. Norden eben. Wenig später begrüßte uns Ullapool. Wir ließen uns vom dortigen Wetter nicht kleinkriegen. Noch nicht. Wir legten also einen Zwischenstopp in dieser Kleinstadt mit Hafen ein, besuchten eine „Pottery“ und kauften schottische Handwerkskunst: zwei Porzellan-Tassen mit Schafs-Bemalung. Ein kurzer Spaziergang durch die Stadt, von der aus Fähren zu den umliegenden Inseln fahren, ließ uns erkennen, dass dies eigentlich eine ganz nette Kleinstadt sein kann, wenn man nicht gerade einregnet.

Wir fuhren von Ullapool noch etwa 3 Meilen weiter nach Norden um unseren Stellplatz in Ardmair einzunehmen. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass wir auch hier nichts von der Umgebung sahen. Wir standen fast direkt am Wasser, die Windrichtung so, dass unser Wohnmobil ordentlich schaukelte. An einen gemütlichen Abend war nicht mehr zu denken. Es kamen sogar Zweifel auf, dass wir noch weiter in den Norden fahren, denn das Wetter sollte sich wenig ändern. Die Außentemperatur war jetzt fast einstellig und die Laune tendenziell am Gefrierpunkt. Dennoch halten wir nach kurzer Beratung am Plan fest, morgen weiter in den Norden nach Thurso aufzubrechen, da ab dem Nachmittag der Regen aufhören soll. Wir streichen jedoch Durness aus dem Fahrplan und kürzen damit die Fahrt an der Nordküste deutlich ab. Dies macht einfach keinen Sinn bei den Bedingungen, denn sehen tut man so eh nichts.

Stellplatz

Preis

£23

1 Stellplatz inkl. Strom
für 2 Personen

Route

Tageskilometer

218

Zwischenstopps

Kyleakin
Kyle of Lochalsh
Ullapool