07.06.2017. Es war kaum zu glauben, aber heute Morgen sahen wir zum ersten Mal, wo wir in Ardmair stehen. Zwar hielt sich der Sturm, aber der Dauerregen hatte sich verzogen. Wir konnten früh rausgehen und ein paar Fotos von der Umgebung machen. Auch der heutige Tag war mehr oder weniger ein reiner Fahrtag; ursprünglich geplant mit einigen Stopps an der Nordküste, an der die Straße verläuft. Wir hatten etwa 200 km vor uns und wenig Eile, da das Wetter ganz im Norden erst am Nachmittag Besserung versprach.

Unsere Route führte uns also nicht gleich weiter in den Norden, sondern vorerst gen Osten ins Landesinnere und erst dann in den Norden. Auch heute fuhren wir lange durch nicht oder sehr wenig besiedeltes Land. Anfangs noch sehr rau, später freundlicher und besiedelter. Vor allem aber mit mehr Sicht auf die Umgebung und zum Teil sonnig. Wir trafen immer wieder auf Wohnmobile und PKWs und spürten so, dass wir nicht die einzigen im Norden sind. Manchmal kommt es einem nämlich so vor, wenn man durch die nördlichen Highlands fährt.

In einem schönen kleinen Ort namens Lairg legten wir einen kurzen Stopp im Besucherzentrum ein und fuhren anschließend auf vielen Single Track-Roads in den Norden nach Tongue. Es war eine wirklich angenehme Fahrt. Landschaftlich nach wie vor sehr abwechslungsreich: Berge, Seen, grüne Wiesen, kleine Wälder, braune Hänge, die im Herbst durch die Heide lila sind. Ganz im Norden erwarten einen Straßen, die an solche in den Alpen erinnern, wenn man auf einem Plateau fährt, dazu kommen immer wieder Aussichtpunkte, von denen aus man auf die Klippen an der Küste schauen kann. Immer wieder sahen wir Schafe auf ihren Wiesen grasen. Andere spazieren seelenruhig über die Fahrstraße und lassen sich kaum beirren. Und dann kam etwas, was ich so nicht erwartet hatte: Sandstrände.

Schon auf der Fahrt sagten wir uns, dass es die richtige Entscheidung war, weiter in den Norden zu fahren. Zwar fuhren wir noch kurz in das Regengebiet hinein, aber dieser facettenreiche Norden ist es für meine Begriffe wirklich wert, mal besucht zu werden. Und wenn es nur auf einer Durchfahrt ist, wie wir es gemacht haben. Die Straße im Norden ist keine echte Küstenstraße, wie ich es vielleicht erwartet hätte. Immer wieder führt sie weit weg von der Küste, dann wieder nah heran. Aber genau dies macht ganz sicher so abwechslungsreich, wie wir es erlebt haben.

Nach fast 4,5 h kamen wir in Thurso an. Unser Campingplatz lag auf einer Klippe direkt am atlantischen Ozean. Der Sturm war noch zu spüren, aber der Regen hatte sich weitestgehend verzogen. Da es am Abend aufklaren sollte, erledigten wir nach dem Check-In ein paar Dinge, die gemacht werden müssen, rasteten etwas und aßen. Mit der Wetterbesserung und dem nachlassenden Sturm gingen wir für einen Abendspaziergang auf dem Küstenweg spazieren, fotografierten wie die Wilden am Wasser und ich erlebte sicherlich einen der schönsten Tage an einem offenen Gewässer. Hinzu kam, dass Thurso eine wirklich hübsche britische Stadt ist, die ich so, in diesem rauen Norden, nicht erwartet habe.

Bereits morgen verlassen wir den Norden wieder und machen uns auf den Weg in den Cairngorms National Park, an den wir schöne Erinnerungen aus dem Jahr 2011 haben.

Stellplatz

Preis

£24,50

1 Stellplatz inkl. Strom
für 2 Personen

Route

Tageskilometer

200

Zwischenstopps

Lairg
Strathnaver Museum