09.06.2017. Nach einigen Tausend gefahrenen Kilometern innerhalb der letzten 14 Tage stand heute so etwas wie ein fahrerischer Ruhetag an und die „Hax’n“ wurden mal wieder durchbewegt. Hierfür ging es in den Highland Wildlife Park nach Kincraig und es gibt dazu eine kleine Vorgeschichte. 2011 hatte uns unser damaliger Bed & Breakfast-Gastgeber in Grantown-on-Spey Vorschläge gemacht, was wir in den Cairngorms unternehmen können. Dabei fiel der Fokus auf den Highland Wildlife Park und das Highland Folk Museum. Auf Anraten des Gastgebers fuhren wir damals in das Folk Museum, denn er meinte, einen Zoo könnten wir überall besuchen. Damit hat er sicherlich recht, aber das Folk Museum empfand ich als einzige Enttäuschung und unter uns gesagt, stinkend langweilig. 6 Jahre lang war es nun mein Wunsch, in den Highland Wildlife Park zu kommen und so bauten wir ihn in unser Programm ein.

Ich bin ehrlich: ich hatte wenig Ahnung, was mich dort erwartet und so war auch hier natürlich eine Befürchtung, total enttäuscht zu werden. Ich rechnete mit heimischen Tieren und ich wusste, dass man durch diesen Park nicht nur zu Fuß gehen, sondern auch mit dem Auto fahren kann. Am Ende des Tages muss ich feststellen, dass es keineswegs um heimische Tiere geht, dass man aber durchaus durch ein großes Freigelände fahren kann. Aussteigen ist strengsten untersagt. Das hält die Tiere sicherlich relativ wild und man macht so aus ihnen keine Haustiere.

Wir hielten uns größtenteils an die Fütterungs- und „Talk“-Zeiten der Tiere. Hier wird zu den gerade gefütterten Tierarten einiges erzählt. Lebenssituation, Artenschutz, Nachwuchs, Verhalten der Tiere. Auch das kennt man vielleicht aus anderen Tiergärten und Zoos. Es können Fragen gestellt werden, auf die auch intensiv eingegangen wird. Das ist sicher etwas, was man nicht überall erlebt. Ansonsten ist der Park sehr nett angelegt. Gehalten werden europäische Tierarten, darunter auch in Schottland lebende und gefährdete Tiere. Wie heißt es so schön: die ganze Familie kommt auf ihre Kosten. Wir hatten ein paar nette Stunden, waren in Ruhe an der frischen und regenfreien Luft und ich war auch nicht enttäuscht vom Besuch. Ob der Park nun etwas besonderes ist? Das ist nicht ganz einfach zu beantworten. Ich finde, man merkt dem Park an, dass es einen Bildungsauftrag gibt. Außerdem kann man nicht in jedem Park durch ein Freigelände fahren, wo die Tiere mit den Autos auf Tuchfühlung gehen können. Beides finde ich positiv und so fällt auch mein Fazit aus.

Als wir am frühen Abend auf dem „Heimweg“ am Loch Morlich vorbeifuhren, stoppten wir am Ufer um ein paar Aufnahmen zu machen. Die Berge waren wolkenverhangen, alles war grau. Die Bilder riefen keine Begeisterung hervor. Wir kehrten also auf den Campingplatz zurück und machten uns einen entpannten Abend im Wohnmobil. Warum wir so wenig draußen sitzen, könnte man fragen. Nun, es ist etwas unangenehm bei Temperaturen um die 12 Grad, mit wenig Sonne und viel Wind. Oft suchen wir also wirklich Zuflucht.

Nach dem Essen ließ sich die Sonne zwischen den Wolken blicken. Ich schlug schon am frühen Abend vor, abends zum Ufer des Loch Morlich zu gehen, wenn die Sonne herauskommt. Die Wetter-App kündigte dies an und so taten wir es auch. Wir erlebten dort einen von ganz wenigen grandiosen Sonnenuntergängen in unserem bisherigen Schottland-Urlaub. Die Kameras konnten gar nicht so schnell arbeiten, wie wir Bilder machten. Je später es wurde, desto mehr Gesellschaft bekamen wir durch Midges. Das Moskitonetz war schnell auf dem Kopf, aber die Hände waren frei und mich erwischte eine nach der anderen. Die eh schon lädierte Hand, litt nun noch mehr. Aber Opfer muss man bringen, wenn man schöne Fotos haben will.

Dieser entspannte Tag klang aus, wir berieten uns, welche Route wir morgen zur Ostküste in Richtung Stonehaven fahren, wurden schnell fündig und traten alsbald ins Schlummerland ein.

Stellplatz

Preis

£21,80

1 Stellplatz inkl. Strom
für 2 Personen

Route

Tageskilometer

50

Zwischenstopps

Aviemore
Loch Morlich