10.06.2017. Warum verlassen wir eine Region so schnell, wenn sie uns doch schon vor Jahren so gefallen hat?! Das hat den ganz einfachen Grund, dass wir heute in die Nähe eines Ortes gefahren sind, an dem wir 2011 auch schon waren, es aber aus Zeitgründen damals nicht schafften, diesen Spot zu besichtigen. Zudem kannten wir vieles im Cairngorms National Park schon, sodass wir ihn diesmal mehr oder weniger als Durchfahrtsgebiet nutzten. Wir berieten uns gestern Abend, dass wir routentechnisch wieder unsere Lieblingsstraße durch den National Park nehmen. Auf der „Tourist Route“ bekommt man einfach immer wieder schöne Blickwinkel und fährt auf einsamen Straßen. Genau das wollten wir und genau dafür planten wir einen kompletten Tag ein, denn heute stand nichts weiter auf dem Programm.

Nach einem Morgen ohne Stress starteten wir die heutigen 144 km. Bereits unterwegs stellten wir fest, dass wir einige Straßen anders in Erinnerung haben als wir sie heute sahen. Das meine ich gar nicht wertend, sondern feststellend. Wie im Jahr 2011 machten wir einen ersten größeren Stopp im kleinen Ort Tomintoul. Nicht, dass es hier groß etwas zu besichtigen gibt, aber der Ort schien es uns angetan zu haben, denn er war uns beiden bestens in Erinnerung. Wir stöberten kleine Läden ab und ich schwenkte kurz in die „Whisky Castle“ ab, einem kleinen und feinen Laden, der ausschließlich Whisky verkauft. 10 min später und 20 Pfund leichter (ich rede von der Währung) verließ ich den Laden und wir fuhren weiter.

Erst jetzt ging die Genussfahrt richtig los. Wir durchfuhren die sanften Berge, schauten in weite Täler, fanden einsame Häuser, überfuhren kleine und uralte Steinbrücken und sahen immer wieder mit vielen Schafen übersähte saftige, grüne Wiesen. Dazu das schottische Wetter, welches zwischen Sonne, Wolken und Schauern wechselte. Es war so stimmig und passte hervorragend zu unserem Fahrtag.

Unser morgiges Ziel ist Stonehaven. Leider war wegen des Wochenendes der Campingplatz im Ort ausgebucht, sodass ich eine Alternative suchen musste und diese im Raum Maryculter, etwa 20 min vor Aberdeen, fand. Insgesamt fuhren wir also die „Lower Deeside-Area“ an. Die Fahrt durch die Deeside-Region empfand ich als nicht mehr so spannend. Auch mit dem Wissen, dass sich die Royals irgendwo in dieser Region oft erholen, wurde dieses Empfinden nicht besser. Diese Landschaft war nicht mehr typisch schottisch. Sie kann nahezu überall auf diesem Planeten sein. Einzig der Ort Banchory war noch mal sehr hübsch und sehr belebt.

Als wir nach etwa 3:15 h auf dem Gelände des Holiday Park ankamen, wurden wir gewohnt freundlich begrüßt und empfangen. Wir waren recht zeitig am Nachmittag da, sodass noch ausreichend Zeit zur Verfügung stand, im Campingstuhl in der Sonne zu sitzen oder einen Spaziergang über den Platz zu machen. Auch wenn bei uns (etwa 30 min von Stonehaven entfernt) die Sonne schien und der Sturm eher zurückhaltend war, stellten wir bei der Recherche zum Dunnottar Castle, welches wir morgen ansteuern wollen, fest, dass das Castle am heutigen Nachmittag gesperrt wurde, weil zu starke Winde durch die Ruine gehen. Hoffen wir, dass es morgen anders aussieht, denn wir haben den Weg in den Osten von Schottland tatsächlich nur wegen dieser Burgruine eingeschlagen.

Stellplatz

Preis

£22

1 Stellplatz inkl. Strom
für 2 Personen

Route

Tageskilometer

144

Zwischenstopps

Tomintoul
Ski resort ‚The Lecht‘