11.06.2017. Nur für diesen heutigen Tag haben wir den Weg an die Ostküste nach Stonehaven auf uns genommen. Endlich, nach sechs langen Jahren, kehrten wir an den Ort zurück, der 2011 zeitlich nicht mehr in unser Programm gepasst hat. Es gibt einfach jedes Mal viel zu viele Dinge in Schottland zu sehen. Heute machten wir es besser. Wir planten einen kompletten Tag nur für Stonehaven bzw. das Dunnottar Castle ein. Keine lange Anreise, keine lange Weiterfahrt. Einfach mal wieder zu Fuß etwas unternehmen, nachdem wir die letzten Tage doch einige Kilometer mit Scotty zurückgelegt haben.

Gefühlt ist das Dunnottar Castle hinter dem Eilean Donan Castle das zweitbeliebteste Fotomotiv in Schottland. Wenn es irgendwo Fotos von Schottland zu sehen gibt, ist mit Sicherheit eine der beiden Burgen dabei. Natürlich wollten wir auch für unsere Schottland-Sammlung ein eigenes Foto haben, aber wir wollten eben auch jene Burg besichtigen, die als Kulisse für die „Hamlet“-Verfilmung mit Mel Gibson herhielt. Ich verbachte also den Morgen damit, die Homepage der Burgruine zu checken und immer wieder auf „aktualisieren“ zu drücken. Die lebhaften Winde und das Schauerwetter von gestern setzten sich auch heute fort und so war nicht sicher, ob die Burgruine betreten werden kann.

Wir ließen den Tag gemütlich angehen, denn wir hatten lediglich gut 20 Minuten Anfahrt vor uns. Positiv war, dass bis 10.30 Uhr auf der Homepage keine Meldung zu lesen war, dass die Burgruine geschlossen bleibt. Also fuhren wir am späten Vormittag zum Hafen von Stonehaven, parkten Scotty dort, warteten den starken Regenschauer ab und traten anschließend den Fußweg von rund 2,5 km zum Dunnottar Castle an. Ein paar Höhenmeter sind gleich zu Beginn zu absolvieren, danach geht der Weg leicht wellig mal mehr und mal weniger dicht an den Klippen entlang. Vorbei am War Memorial auf dem Black Hill sieht man schon nach kurzer Zeit das Castle aus der Entfernung einsam auf einem Fels stehen. Die senkrecht abfallenden Klippen, die Nordsee und das Schauerwetter mit sonnigen Abschnitten ließen immer wieder neue Stimmungen entstehen. Unsere Stimmung war auf dem Hinweg kurz vor dem Kellerzugang, denn wir regneten auf fast dem gesamten Weg richtig ein. Wertvolle Fotos entstanden dabei nicht, denn wir konnten nicht so schnell fotografieren, wie sich der Regen auf den Objektiven breit machte.

An der Ruine angekommen war es kurzzeitig trocken. Wir zahlten den Eintritt für die Besichtigung und gingen zunächst ins Informationszentrum um einerseits vor dem nächsten Schauer Schutz zu suchen und andererseits um uns etwas zu trocknen. Wir wussten aber schon, dass wir heute alle 10 Minuten einen Wechsel von Sonne und Regen haben werden. So gingen wir in den trockenen Phasen über das große Burggelände und in den Regenphasen besichtigten wir einen historischen Raum nach dem anderen.

Man kann in dieser Ruine und auch rund um die Ruine wirklich viel Zeit verbringen. An den Klippen könnte man bei freundlicherem Wetter innehalten, vielleicht sogar Seevögel beobachten oder in der Bucht die Füße ins Wasser halten. Wir traten aber bei diesem Wetter den Rückweg an, denn es kam jetzt sogar kurz die Sonne für das klassische Postkarten-Motiv heraus und wir hatten die Hoffnung, ohne Regenguss bei Scotty anzukommen. Oberhalb von Stonehaven, kurz vor dem Wohnmobil, ließen wir uns noch auf einer Bank nieder, blickten hinunter zum Hafen und genossen die Wärme der Sonne für ein paar Minuten.

Nach einem kurzem Päuschen gingen wir noch kurz in den Ort um ein paar Dinge einzukaufen. Es ist zwar Sonntag, aber einige Supermärkte haben hier in Schottland trotzdem geöffnet. Anschließend fuhren wir 5 Minuten zu unserem Campingplatz, der in Stonehaven mal wieder fast am Wasser lag, checkten ein, richteten alles her und ließen den Tag auf uns wirken. Wir hatten diesmal keinen schönen Ausblick auf diesem Campingplatz, der von einem anderen Club geführt wird als wir Mitglieder sind. So zahlten wir als Nicht-Mitglieder gleich mal 12 Pfund Zusatzgebühr zur Stellplatzgebühr und blickten auf einen hohen braunen Holzzaun, direkt neben der Ausfahrt. Nun, man kann nicht alles haben, das ist uns bewusst. Wir waren zumindest froh, dass wir windgeschützt stehen und der Abend sogar noch sonnig wurde. Später gab es noch Chips (ohne Fish) in einem DER Anlaufpunkte an dieser Küste. In den Stoßzeiten kann man hier mit bis zu einer Stunde Wartezeit rechnen. Ob sich das lohnt, muss jeder selbst entscheiden. Ich war 45 Minuten vor Ladenschluss dort und kam als zweiter Kunde sofort dran. Das hatte ich am frühen Abend um zirka 19 Uhr noch anders erlebt.

Morgen durchqueren wir Schottland von Ost nach Südwest und sind gespannt, was uns die letzten Tage noch für Eindrücke bringen.

Stellplatz

Preis

£23,20

(+ £12 für Nicht-Mitgliedschaft)

1 Stellplatz inkl. Strom
für 2 Personen

Route

Tageskilometer

18

Zwischenstopps

Stonehaven Harbour