12.06.2017. Heute war der Tag, an dem sich unsere Rundfahrt durch Schottland schloss. Wir verließen Stonehaven und damit gleichzeitig die Ostküste und machten uns auf den Weg an die Westküste. Ja, erneut die Westküste, allerdings ein ganzes Stück weiter im Süden als zu Beginn unseres Urlaubs. Spätestens als wir heute Glasgow auf der gleichen Autobahn wie du Beginn der Reise passierten, wurde mir bewusst, dass wir dem Urlaubsende sehr nah sind. Dennoch gab es keinen Grund gleich depressiv zu werden, denn es standen noch zwei volle Tage in Schottland auf dem Reiseprogramm.

Zunächst muss vielleicht erläutert werden, warum wir die Route so seltsam geplant haben, dass wir an einem Tag noch einmal das ganze Land in Ost-West-Ausdehnung durchqueren. Der Grund liegt ganz einfach darin, dass unser Spot, den wir zum Besichtigen ansteuern, soweit ab von der restlichen Route liegt, dass er auch nicht so recht an den Anfang gepasst hat. Also planten wir ihn ans Ende unserer Reise und wollten schauen, ob wir ihn überhaupt mitnehmen, falls wir in anderen Regionen länger bleiben wollen. Dementsprechend organisierten wir es so, dass wir heute einen ganzen Tag zum Fahren zur Verfügung haben und morgen einen ganzen Tag für den Logan Botanic Garden, der im Südwest-Zipfel von Schottland liegt und als exotischster Garten des Landes beschrieben wird.

Natürlich sitzen wir an einem Tag mit knapp 300 km nicht nur im Wohnmobil und fahren stur vor uns hin. Nein, auf unserem Weg in den Südwesten nach Culzean, wo unser Campingplatz direkt in der Nähe des Culzean Castles ist, liegt der Ort Perth und damit das Scone Palace. Einen solch historischen Ort wollten wir besichtigen und so stoppten wir dort heute auch um zumindest die Gärten des Schlosses zu Fuß zu erkunden. Dieser Ort ist deshalb geschichtsträchtig, weil auf dem Stein von Scone, der dort aufbewahrt wurde, die schottischen Könige gekrönt wurden. Wir wählten nach dem Besuch der beiden Geschenke-Shops zum Erkunden des Gartens die mittellange Route, die etwa 30 Minuten in Anspruch nimmt, fotografierten Galloway-Rinder, das Schloss und auch die blühenden Pflanzen. Anschließend ging unsere Fahrt über den Glasgower Berufs- und Touristenverkehr in den Südwesten weiter.

Nach fast 4 Stunden reiner Fahrtzeit kamen wir auf unserem Campingplatz in Culzean an und stellten fest, dass dieser tatsächlich nur wenige Minuten vom Culzean Castle entfernt und wieder sehr nah am Wasser liegt. Er liegt sogar auf dem Gelände des Castles, aber es war bereits zu spät, um es noch von innen besichtigen zu können. Dies hinderte uns aber nicht daran, nach dem Einchecken und noch vor dem Abendessen in die Schuhe zu schlüpfen und das Gelände um das Schloss zu besichtigen. Und wir taten gut daran, dies zu tun, denn es war ganz entzückend, wie viel es ohne Eintritt zu besichtigen gibt.

Wir hatten fantastische Bedingungen: es war trocken, nicht allzu kalt und die Sonne ließ sich durch Wolkenlöcher immer mal wieder auf dem Wasser des Firth of Clyde blicken. Erst noch weiß-gelblich in der Farbe, später, als wir im Wohnmobil beim Abendessen mit Blick auf das Wasser saßen, wurde das Licht gelb-orange und fast romantisch. Wir blickten von unserem Stellplatz aus auf die Isle of Arran und die davorliegende Holy Isle. Letztere hat seit dem 6. Jahrhundert eine große Bedeutung was Spiritualität und Heilkraft angeht. Seit 1990 läuft auf der kleinen Insel – von einem tibetischen Buddhisten ausgehend – ein Projekt, der die Spiritualität weiterhin dort (er)leben lässt. In der Sommersaison werden verschiedene Kurse wie Meditation, Yoga, Qigong, luzides Träumen und Schwertkünste für Buddhisten und Nicht-Buddhisten angeboten. Allein wenn ich daran denke, finde ich die Kombination aus abgeschiedener Insel und spirituellem Angebot überragend. Mit dieser schönen Abendstimmung und dem Wissen um den morgigen letzten schottischen Tag, beenden wir den heutigen.

Stellplatz

Preis

£20,70

1 Stellplatz inkl. Strom
für 2 Personen

Route

Tageskilometer

287

Zwischenstopps

Scone Palace