Nun denn: 6 Jahre nach unserem letzten Besuch in Schottland wird es in wenigen Tagen – genauer gesagt am 27.05.2017 – wieder in eines der interessantesten Länder dieser Welt (so empfinde ich es) gehen. Unsere Vorbereitungen haben bereits im September 2016 begonnen und finden so langsam ihr Ende.
Ich möchte mit diesem Eintrag einen Einblick in eben diese Vorbereitungen geben und während unseres Aufenthaltes in den schottischen Highlands an dieser Stelle ein „Logbuch“ führen, sofern es die Vernetzung zulässt.

September 2016
In Berlin haben wir die ersten Wohnmobil-Vermietstationen besucht und Modelle besichtigt um eine Vorstellung unserer bevorzugten Größe zu bekommen. Wir haben 1-2 Modelle für uns entdeckt, mussten aber feststellen, dass die Vermieter kein Wunschmodell vermieten, sondern ihren Kunden lediglich ein Wohnmobil einer bestimmten Klasse zuteilen. Es ist also nicht garantiert, dass man das Wohnmobil mit seinem Wunschaufbau bekommt. Schade.
Als Mitglied des ADAC habe ich das sogenannte TourSet® angefordert. Dies ist kostenlos und beinhaltet einfache Reisekarten, Urlaubsführer und Länderinformationen für die Länder, die man bereisen möchte. Hierzu gibt man online einfach sein Reiseziel sowie einige Informationen zur geplanten Reiseroute an und wenige Tage später erhält man per Post das Material. Herrlich.
Auf einer einfachen Reisekarte steckten wir mit Stecknadeln Spots ab, zu denen wir in Schottland unbedingt müssen. Gleichzeitig versuchten wir vor- und auszusortieren, was in unserer Urlaubszeit möglich ist und wie wir die verschiedenen Regionen vernünftig verbinden können. Gut strukturiert.

Oktober 2016
Über Bekannte erfuhren wir, dass es eine einfache Möglichkeit des Check-Ins auf Camping-Plätzen vor Ort gibt. Der ADAC stellt seinen Mitgliedern auf Wunsch eine Campingcard mit dem Namen Camping Key Europe aus. Sie kostet 12 Euro, ist 12 Monate gültig und dient unter anderem als Identitätsnachweis. Sie ersetzt also in vielen europäischen Ländern den Personalausweis oder den Reisepass als Identifikationsmittel auf Campingplätzen. Mit dem Camping Key Europe erhält man zusätzlich Rabatte und Vorteile auf derzeit etwa 3000 Campingplätzen in Europa (Stand: 2017). Auch eine Haftpflicht- und Unfallversicherung ist mit dieser Karte vorhanden. Das heißt, der Karteninhaber und die mitreisende Familie ist auf offiziell zugelassenen Camping- und Stellplätzen unfall- und haftpflichtversichert. Toll.

November 2016
Wir sind dem britischen The Camping and Caravanning Club beigetreten. Dieser bietet ihren Mitgliedern diverse Vergünstigungen und Club-Angebote. Wir entschieden uns für den Club, da wir auf den clubeigenen Camping- und Stellplätzen, die in ganz Schottland verteilt sind, Preisnachlässe auf die Übernachtungen und Wohnmobilstellplätze bekommen. Außerdem wird man angeblich bei der Vergabe von Stellplätzen gegenüber Nicht-Mitgliedern bevorzugt. Die Mitgliedschaft für ein Jahr kostet £47. Sie gilt für 2 Erwachsene sowie 4 Kinder und endet automatisch nach einem Jahr. Optimal.

Dezember 2016
Nach einigen Online-Recherchen fanden wir in München den Wohnmobil-Vermieter Mobile Freizeit. Ich ließ mir vor Ort ein Modell zeigen, welches ich online schon für gut befunden hatte. Ein Vorteil dieses Anbieters ist, dass man sein Wunschmodell mieten kann. Vor Ort überzeugte mich sowohl das Wohnmobil („Liebe auf den ersten Blick“) als auch der Vermieter mit seiner organisierten Art. Ich ließ mir bereits vor der Besichtigung ein Angebot für unseren gewünschten Reisezeitraum schicken, welches noch einmal angepasst wurde, da wir einen Tag früher anmieten wollten als bisher geplant. Der Deal stand und noch in der gleichen Woche unterschrieb ich den Mietvertrag für einen HYMER Exsis-i 578! Jippie.

Februar 2017
Diverse Anschaffungen wurden getätigt. Neben Kleidung und Kamera- sowie Filmequipment war die wichtigste Anschaffung in diesem Zeitraum der Scheinwerferadapter für das Wohnmobil. Dieser wird dann nötig, wenn man sich mit einem linksgelenkten Fahrzeug im Linksverkehr bewegen möchte. Ohne den Adapter würde der Gegenverkehr durch die Scheinwerfereinstellungen geblendet werden. Die Aufkleber, die den Scheinwerfer abdecken, verhindern dies. Dafür zahlt man günstige 9,95€. Gute Erfindung.

März 2017
Wir haben das Ticket für den Eurotunnel gebucht bzw. gekauft. Als Fahrer unseres Wohnmobils habe ich mich gegen eine Überfahrt mit der Fähre entschieden. An meine letzte Fährfahrt von Dover nach Calais habe ich keine guten Erinnerungen. Durch unsere Mitgliedschaft im Camping and Caravanning Club hätten wir ein paar Prozente im Gesamtpreis gespart, allerdings habe ich in einigen Internetforen gelesen, dass eine eventuelle Stornierung oder eine Änderung der Fahrzeiten über einen Zweitanbieter mehr als schwierig ist und hohe Kosten verursachen kann. Wir verzichteten also auf Prozente und buchten direkt über die Homepage des Eurotunnels. Ich empfehle im Buchungsprozess GENAU zu lesen, was man an Optionen angibt und bucht, dann erspart man sich hohe Kosten bei Falschbuchungen, wie es uns passiert ist. Zwar kann man online all seine Reisedaten und -optionen ändern, allerdings bekommt man bei einer entstandenen Preisdifferenz kein Geld zurück, sollte es durch die veränderten Optionen günstiger werden. Ich habe es über vier Instanzen versucht. Die letzte Instanz gewährte uns (aus Kulanz) einen Gutschein für die nächste telefonische Buchung eines Tickets innerhalb eines Jahres und gebunden an meinen Namen. Wenig hilfreich.

April 2017
Nach etlichen erfolglosen Anfragen bei ein und demselben Wunsch-Stellplatzanbieter in den Niederlanden haben wir online einen neuen Stellplatz gefunden und für die erste Nacht auf unserer langen Anreise reserviert. Beim Campingplatz Landschapscamping De Kleine Witrijt in Bergeijk konnten wir sogar im Vorhinein unseren genauen Stellplatz auf einem Plan aussuchen. Luxus.
Für die zweite Nacht der Anreise, in der wir dann in England sind, gestaltete sich die Suche nach einem Stellplatz enorm schwierig. Wir reisen in der Woche des Bank Holiday an. In dieser Zeit vergeben englische Campingplätze ihre Stellplätze nur für mindestens 2 oder 3 Nächte. Äußerst ungünstig, wenn man auf der Durchreise ist. Intensive Online-Recherchen für verschiedene englische Regionen führten dazu, dass ich letztlich einen Stellplatz auf dem Chittering Park Campsite mitten im Nirgendwo in der Nähe von Cambridge gefunden habe. Hier haben wir vorab einen Stellplatz reserviert. Dies ist für die Zeit des Bank Holiday vielleicht auch nicht verkehrt. Glück gehabt.

Mai 2017
Da in keiner unserer Mitgliedschaften oder Versicherungen eine Auslandsreise-Krankenversicherung enthalten ist, schlossen wir diese noch bei der Envivas ab. Man weiß ja nie, was ist und mit einer solchen Zusatzversicherung lassen sich im Fall der Fälle hohe Kosten vermeiden. Die Zusatzversicherung bei der Envivas ist Mitgliedern der Techniker Krankenkasse vorbehalten, kostet 9,80€ pro Jahr und schützt den Versicherten im einfachsten Tarif für eine Reisedauer von bis zu 8 Wochen. Bestens.
Auch das Geld spielt in den Vorbereitungen weiterhin eine Rolle. Bei der Reisebank AG wechselten wir ein paar Euro in Pfund. Ein wenig Taschengeld in bar für das Land, in welches man reist, schadet in keinem Fall. Für alles andere liegen die Kreditkarten bereit. Check.
Im Vereinigten Königreich ist bekanntlich fast alles ein wenig teurer. Also besorgten wir bereits in Deutschland alle haltbaren Lebensmittel. Darunter natürlich auch solche Lebensmittel, die man mit einer Lebensmittelunverträglichkeit in den schottischen Highlands nicht zu kaufen bekommt. Außerdem möchte man seine Zeit in einem Urlaub nicht unbedingt mit dem Einkaufen vergeuden. Easy.
14 Tage vor der Abholung des Wohnmobils schickte mir der Vermieter eine DVD zur Einführung in die Wohnmobil-Bedienung zu. Ein schöner Service wenn man bisher noch nie mit einem Wohnmobil und seiner technischen Ausstattung zu tun hatte. Selbstverständlich gibt es auch am Tag der Abholung noch eine persönliche Einführung in den Umgang mit dem Miet-Wohnmobil. Kann losgehen.